Wie würde unsere Schwindelstatistik aussehen, wenn wir nicht nach Gefäß – Nervenkontakten fahnden würden

Diese Frage kann man relativ einfach beantworten, denn so lange fahnden wir noch gar nicht intensiv nach den Befunden im MRT.
Mittlerweile habe ich sehr viele meiner eigenen Menierè – oder Neuropathiediagnosen widerrufen müssen.

Viele Krankheitsverläufe von Patienten mit Neuropathien lassen sich mit einem Gefäß Nervenkontakt weit besser erklären als mit der “Entzündungsthese”. Wir haben festgestellt, dass die Gefäß / Nervenkontakte in den meisten Fällen exakt zur Seite der Neuropathie passen. Zufall ?

Auch der Morbus Meniere und seine berühmte Trias ließen sich über Gefäß / Nervenkontakte wesentlich besser und schlüssiger erklären als über die strukturelle Schädigung der Reißerischen Membran.

Natürlich gibt es auch Menier’e Patienten und auch wir stellen diese Diagnose, aber wenn ich gleichzeitig auf der selben Seite einen Gefäßkontakt habe, dann ist ein Therapieversuch mit Carbamazepin doch eine gute Therapieoption.

Das Pulsationstrauma wäre auch ein geeigneter Angriffspunkt für die intratympanale Kortisontherapie, die aktuell beim M. Meniere empfohlen wird obwohl keiner weiß warum das ganze funktionieren soll.

Auch die berühmten Hörstürze (Kein Mensch weiß was ein Hörsturz eigentlich sein soll) – der Arzt weiß nicht warum der Patient nicht hört, das ist die richtige Beschreibung für dieses Krankheitsbild. Auch hier haben wir in hoher Korrelation Gefäß / Nervenkontakte auf der betroffenen Seite.

Das Spiel läßt sich auch bei lageabhängigen Schwindelformen und Vestibulärer Migräne genauso fortsetzen.
Wissenschaft heißt, das eigene Wissen jeden tag auf’s neue zu hinterfragen und zu versuchen neue oder andere Erklärungen zu finden oder die alten zu bestätigen.